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Mensch, die Zeit ist doch nur ein Gedanke

Wenn die Kerze niederbrennt,

sich das Licht ganz sacht ausbreitet

über Dunkelheit hinweg,

fern von Grenzen sich ausweitet.

          Rfr.:  Mensch, die Zeit ist doch nur ein Gedanke.

                  Er ist so einfach, jämmerlich und klein.

                  Denn es ist alles immerzu im Wandel –

                   wir sind Hauch im unfassbaren Sein.

 Ach, der fahle müde Baum

scheint für immer zu vergehen,

doch er ist voll Lebenskraft,

niemand kann ihn jemals sehen.


Wenn ein Lied zur Nacht erklingt

ist in uns ein tiefes Schwingen.

Und so kann das Lied der Nacht

uns zum Morgentau hin bringen.

 

Auch der runde Stein am Meer

kann uns endlos viel mitteilen,

weil er da ist und nichts tut,

während wir durchs Leben eilen.


Weil mich das Leben trägt, weil mich das Leben trägt,

          kann ich lachen und weinen

         und beides einfach

         miteinander vereinen.

 Weil mich das Leben trägt, weil mich das Leben trägt,

         kann ich Berge besteigen

         und mich in Demut

         nur noch schweigend verneigen.

 Weil mich das Leben trägt, weil mich das Leben trägt,

         kann ich blind Farben sehen,          

         durch die nun Bilder

         voller Wunder entstehen.   

 Weil mich das Leben trägt, weil mich das Leben trägt,

         kann ich Freunde bedenken

         und in Gemeinschaft

         mich durch Liebe verschenken.

 Weil mich das Leben trägt, weil mich das Leben trägt,

         kann ich kommen und gehen

         und Tod und Leben

         als ein Ganzes verstehen.


Ich möchte dir den Mond jetzt schenken,  

den leisen, runden, hellen Mond.                

Komm, mach dich frei von allem Denken.      

Ich weiß, das ist ganz ungewohnt.               

 

Der Mond wird dich ganz sacht verwandeln.    

Lass dich nur auf sein Leuchten ein.                

Versuche einfach nicht zu handeln.                 

Du kannst mit ihm verbunden sein.               

 

Vielleicht willst du den Mond berühren,        

begreifen, was er mit dir macht.                     

Lass dich vom Mond ins Jenseits führen         

in dieser wunderbaren Nacht.                          

 

Der Mond ist wirklich sehr bescheiden

und voller Anmut einfach da.

Durch Sanftmut will er uns begleiten.

Er ist so fern und dennoch nah.

 

Ich konnte dir den Mond jetzt schenken.   

Doch haben konntest du ihn nicht.             

Ja, so absurdes kann man denken                

in diesem kleinen Nachtgedicht.