/

 

 

Es ist doch jede Nacht eine Heilige Nacht


Es ist doch jede Nacht eine heilige Nacht,

auch ohne Lied im Kerzenschein,

denn wenn ein Kind geboren wird,

kann es doch nur ein Wunder sein.


Da wird ein Kind in Moskau geboren

und eins in Crimmitschau,

auch wieder eins in Santiago

und sicher auch in Lichtenau.


Auch in der fernen Wüste erblickt ein Kind das Licht der Welt

und mittendrin in Sao Paulo, auch irgendwo in Ludwigsfeld.

Drum ist der Wunsch in allen Nächten nach Liebe und nach Achtsamkeit.

Das Leben einfach leis berühren und das zu jeder Zeit.  


Es ist doch jede Nacht eine heilige Nacht,

auch ohne Lied im Kerzenschein,

denn wenn ein Kind geboren wird,

kann es doch nur ein Wunder sein.

 

Mensch, die Zeit ist doch nur ein Gedanke

Wenn die Kerze niederbrennt,

sich das Licht ganz sacht ausbreitet

über Dunkelheit hinweg,

fern von Grenzen sich ausweitet.


Rfr.:

Mensch, die Zeit ist doch nur ein Gedanke.

Er ist so einfach, jämmerlich und klein.

Denn es ist alles immerzu im Wandel –

wir sind Hauch im unfassbaren Sein.


Ach, der fahle müde Baum

scheint für immer zu vergehen,

doch er ist voll Lebenskraft,

niemand kann ihn jemals sehen.


Wenn ein Lied zur Nacht erklingt

ist in uns ein tiefes Schwingen.

Und so kann das Lied der Nacht

uns zum Morgentau hin bringen.


Auch der runde Stein am Meer

kann uns endlos viel mitteilen,

weil er da ist und nichts tut,

während wir durchs Leben eilen.

 


Weil mich das Leben trägt, weil mich das Leben trägt,


Weil mich das Leben trägt,

weil mich das Leben trägt,

kann ich lachen und weinen

und beides einfach miteinander vereinen.


Weil mich das Leben trägt,

weil mich das Leben trägt,

kann ich Berge besteigen

und mich in Demut nur noch schweigend verneigen.


Weil mich das Leben trägt,

weil mich das Leben trägt,

kann ich blind Farben sehen,

durch die nun Bilder voller Wunder entstehen.


Weil mich das Leben trägt,

weil mich das Leben trägt,

kann ich Freunde bedenken

und in Gemeinschaft mich durch Liebe verschenken.


Weil mich das Leben trägt,

weil mich das Leben trägt,

kann ich kommen und gehen

und Tod und Leben als ein Ganzes verstehen.


Ich möchte dir den Mond jetzt schenken

Ich möchte dir den Mond jetzt schenken,

den leisen, runden, hellen Mond.

Komm, mach dich frei von allem Denken.

Ich weiß, das ist ganz ungewohnt.


Der Mond wird dich ganz sacht verwandeln.

Lass dich nur auf sein Leuchten ein.

Versuche einfach nicht zu handeln.

Du kannst mit ihm verbunden sein.


Vielleicht willst du den Mond berühren,

begreifen, was er mit dir macht.

Lass dich vom Mond ins Jenseits führen

in dieser wunderbaren Nacht.


Der Mond ist wirklich sehr bescheiden

und voller Anmut einfach da.

Durch Sanftmut will er uns begleiten.

Er ist so fern und dennoch nah.


Ich konnte dir den Mond jetzt schenken.

Doch haben konntest du ihn nicht.

Ja, so absurdes kann man denken

in diesem kleinen Nachtgedicht.